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Dies ist vorerst das letzte "Wort zum Mittwoch" (07.07.2021) in diesem Format. Wir planen das "Wort zum Mittwoch" testweise im Sommer in eine Präsenzveranstaltung mit Gesprächen umzuwandeln. Weitere Details dazu findet ihr in einem der nächsten Newsletter. 


Wochenspruch der Losungen vom 04.07.-10.07.

8 Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, 9 nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme.

Epheser 2,8-9

Gnade, was ist das?

Gnade ist das, was erfreut! 
Der Begriff Gnade wird im griechischen vom gleichen Wortstamm abgeleitet wie der Ausdruck für Freude. Gnade ist das, was erfreut oder freudig überrascht. Im Hintergrund steht das Verhalten orientalischer Herrscher, die in ihrer unumschränkten Macht, Gunst vergeben konnten. Also unerwartetes Wohlwollen, Anteilnahme und Vergebung und damit Freude auslösten.

Gnade ist ein einmaliges Eingreifen Gottes!

Wenn der König jemandem Gnade erweist, ist das immer ein persönliches Eingreifen in sein Leben. Ihm wird etwas geschenkt, das über alle Gesetze und Behörden hinweggeht. „In der Gnade stehen“ bedeutet, in der unmittelbaren Beziehung zu Gott stehen. Joh 1,17 beschriebt dieses Eingreifen Gottes durch Jesus. Gnade kommt direkt von Gott, ohne durch Behörden, Gesetze u. a. verwässert und abgeschwächt zu werden. Wo Gnade ist, ist göttliche Fülle.

Gnade ist Fülle; sie beflügelt zu göttlichem Tun

Gnade bedeutet Reichtum (Eph 1,7; 1Tim 1.,14). Wo Gnade ist, kann ich aus dem Vollen schöpfen. Dem Begnadeten ist göttlicher Überfluss gegeben. Was andere nur mit viel Kraftanstrengung gelingt, geht hier zwanglos. Wem Gnade gegeben ist, der steht unmittelbar vor Gott. Der darf sich nicht mehr unter das Gesetz stellen, dann wäre die Fülle von oben verscherzt. Der Mensch wäre aus der Gnade gefallen. (Gal 2,21; 5,4)

Gnade ist Vergebung; Gott gibt etwas von sich

Gnade ist Begnadigung, Erlass der Schulden, Befreiung aus dem Kerker der Gottesferne. Darin ist Gnade aber nicht erschöpft. Sie bedeutet immer, Gott gibt es ab von seinem eigenen. Darum heißen z. B. die Geistesgaben „Gnadengaben“.

Was ist mir neu bewusst geworden bei dem Thema „Gnade“?

„Die Katholiken müssen parieren, weil sie sonst die Strapazen des Fegefeuers auf sich nehmen müssen. Aber wir Protestanten sind strahlend und genießerisch liberal. Wir sind fröhlich in der Gnade. Ein paar Streifzüge in die Fremde (des verlorenen Sohns) mehr oder weniger machen uns nichts aus, weil Gott ja doch nicht ernsthaft böse sein und weil uns schließlich doch nichts Schlimmes passieren kann. Im Katechismus steht es ja, dass die Gnade eine Sünden- und Unfallversicherung ist und dass wir die Eintrittskarte in den Himmel schon in der Tasche haben oder sie uns noch im letzten Moment lösen können. Die Plätze im Himmel sind reserviert. Ja, der Himmel fühlt sich geschmeichelt, wenn wir Spätheimkehrer uns schließlich doch noch zum Eintritt entschließen.“
Helmut Thielicke

Bonhoeffer unterschied zwischen billiger und teurer Gnade. Was meint er damit?

Vom süßen Gift des Eigenlobes

Zur Zeit des Paulus meinten Juden wie Griechen sie seien die Edelmenschen. Die einen glaubten, sie seien eine Bevorzugte Rasse, die durch lange Zucht die Menschlichkeit zu besonderer Schönheit entwickelt habe. Die anderen meinten, sie seien durch ihre göttliche Berufung bevorzugt etwas ganz Außergewöhnliches zu sein.

Beiden gibt Paulus hier eine ganz andere und neue Aussicht. Welche ist das?